Wie entsteht so ein Modell?

Hier mal das Auto von Carl Benz als Beispiel für alle meiner Arbeiten:

Inspiration, oder die Idee – das dauert nur eine Sekunde.

 Der Aufwand, dieses Automobil innerhalb einer Lampe zusammen zu bauen, steht in keinem Vergleich zur Arbeit am offenen Modell. Eine „dritte Hand“ oder sonst etwas zum Festhalten ist schon aus Platzgründen durch den Birnenhals nicht möglich. Es werden ja immer 2 Pinzetten benötigt, um die einzelnen Teile zusammen zu fügen. Zum Verkleben darf ich nie einen Sekundenkleber verwenden, denn dieser dampft aus und schlägt sich am Glas ab.

Ein 2 K –Kleber erfordert allerdings eine halbe Stunde Fixierzeit. Dazu kommt, dass die Glaskugel von außen stabiler ist, als ein Weinglas, aber von innen her so empfindlich wie ein Vogelei ist. Ein Ausrutscher, oder etwas darin fallen lassen bedeutet einen Neuanfang, da die Lampe das nicht aushält.

So ein Neuanfang bedeutet auch, dass alle Verklebungen vorsichtig (mit Aceton) gelöst werden, die Teile wieder lackiert und dann wieder in eine neue, ganze Lampe eingebaut werden.

Es ist immer sehr schade, wenn eine dieser sehr seltenen Lampen kaputt geht. Eine neue, vergleichbare Lampe (1000 Watt) kostet immerhin netto 86 €.

Solche Arbeiten mache ich nun schon viele Jahre, doch die Hinterräder des Automobils brachten mich fast an meine Grenzen. Um das Modell gut aussehen zu lassen, müssen sie größer sein, als der Lampenhals. Sie wurden aus hauchdünnem Messingblech in Fotoätzung hergestellt und paarweise zusammen verklebt. Diese 0,2 mm dünnen Speichenräder ohne zu verbiegen an Ihren Platz zu bekommen, verlangte einen Riesenaufwand an Überlegungen, Vorrichtungen und Geduld, der mich fast zur Aufgabe gezwungen hat.

 

Nach gut 6 Monaten und ca. 450 Stunden habe ich ein schönes, maßstabsgetreues Modell in äußerst seltener Art gebaut und bin stolz darauf, nicht aufgegeben zu haben.

Es ist für mich eine Genugtuung, so eine schöne, originelle und zeitlose Kunst, machen zu können.