Das allererste Automobil von Carl Benz

Vor 130 Jahren, am 29. Januar 1886, meldete Carl Benz sein motorisiertes Dreirad zum Patent an

Die Herstellung des Modells:

Der erste Arbeitsgang war das Öffnen der 1000 Watt- Leuchtturmlampe.

Die Bördelung des Gewindesockels wurde abgeschliffen, um die Keramikisolierung entfernen zu können. Danach der Glasstulpen mit den Glühdrähten aufgebrochen und mit Diamantschleifer bis zum Halsdurchmesser unter Wasserkühlung ausgeschliffen.

Immer wieder passiert es, dass dabei ein Riss entsteht und diese alte Leuchtturmlampe für den Müll ist.

Die genaue Maßstabsbestimmung erfolgte durch viele Versuche, den größtmöglichen Ø der Hinterräder zu erreichen. Diese sind einiges grösser als der Durchlass. Das erforderte 5 Sätze von fotogeätzten 0,2 mm dicken Messingblechen. Preis für einen Satz: € 180,-. Bei 0,2 mm Dicke ist die geringste Breite auch 0,2 mm.

Erst danach konnte der Maßstab für die weiteren Teile zur Anfertigungfestgelegt werden

Die Nabe wurde nur auf einer Speichenseite festgeklebt und die andere Speichenseite nur an der Felge. Das „Gummi“ an der Felge ist schwarz eingefärbtes Latex.

Diese Räder konnten nur mit sehr aufwändigen, selbst hergestellten Hilfsvorrichtungen ohne die Speichen zu verbiegen, durch den Lampenhals gebracht werden.

Zum Herstellen der Fahrgestellrohre waren Biegevorrichtungen notwendig, da sich Rohre in diesem Ø nicht freihändig sauber biegen lassen. Außerdem müssen alle Biegeradien gleich und ohne Knicke sein.

Alle Drehteile wurden auf einer kleinen Tischdrehbank gefertigt. Die Fräsarbeiten mit einer kleinen „Proxxon“- Bohr- und Fräsmaschine erstellt. Maximaler Fräser,- Bohrer Ø ist 3 mm.

Könnte man nun noch den Motor an dem Schwungrad „anwerfen“, würde sich sogar der Kolben im Zylinder bewegen!

Das Zusammenbauen und kleben aller weiteren Teile erforderte enormes Fingerspitzengefühl, da kein Metall von innen an das Glas schlagen darf. Auch das Fixieren der zu klebenden Teile durch die Lampenöffnung ist sehr schwierig. Es darf innerhalb der Lampe kein Sekundenkleber verwendet werden. Dieser dampft aus und schlägt sich fast unlösbar innen am Glas ab. Richtiger Halt geht nur mit 2-Komponentenkleber, der eben viel Zeit bis zum Festwerden braucht.

Erst nach der kompletten Fertigstellung dieses Motorwagens konnte die Tragstange am Fahrgestell angebracht und im Lampensockel befestigt werden.

Diese Art von Modellbau erfordert Jahrzehnte lange Übung, eine Engelsgeduld, ein gutes Augenmaß und Fingerfertigkeit. Auf dieses Modell, bei dem ich fast an meine Grenzen gestoßen bin, darf ich schon ein bischen stolz sein.

Bauzeit mit allen Versuchen, Zusatzarbeiten und Überlegungen:

Geschätzte 4- bis 500 Stunden!